Projekte
Auf den Spuren der „Schwarzen Brüder“ – ein Projekt der 6. Klasse Zunächst hatten die Sechstklässler lediglich vor, „Die Schwarzen Brüder“, von Lisa Tetzner zu lesen und die dramatische Geschichte der Tessiner Bauernkinder, die aus wirtschaftlicher Not von ihren Eltern als Schornsteinfegerjungen nach Mailand verkauft wurden, gegen Ende des Schuljahres als Theaterstück aufzuführen. Noch während der Lektüre entwickelten die Schüler gemeinsam mit ihrem Lehrer Peter Feuerbach den Plan, die einzelnen Reisestationen dieser misshandelten Kinder vom Tessin bis nach Mailand im Juli „nachzuwandern“. (Soweit wir wissen, sind die Schüler die Ersten, die in heutiger Zeit diese Schornsteinfegerroute ablaufen)
Tetzners berühmter Jugendroman beruht auf Tatsachen. Die ersten schriftlichen Dokumente über den Kinderhandel stammen aus dem 16. Jh. Noch in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden die Kinder, deren Arbeitsverhältnis nicht selten tödlich endete, verschickt. Am Beispiel Giorgios schildert Tetzner das Schicksal dieser kleinen Arbeitssklaven, die meist zwischen sechs und acht Jahre alt waren, wenn sie als lebendige Besen verkauft und ausgebeutet wurden.. Giorgios Heimatdorf ist Sognono im Verszasca-Tal, und hier beginnt auch die Wanderung der Sechstklässler. Da es im sogenannten Kaminfegertal keine Campingplätze gibt, nimmt die Klasse das Gemeindeangebot an, im alten Luftschutzbunker zu nächtigen. Dann geht es weiter nach Lavertezzo, wo die Schüler von der Gemeindeverwaltung (inklusive Pressetermin) empfangen werden. In Locarno, der nächsten Station, trifft sich die Wandergruppe mit Elisabeth Wenger, die die Geschichte der Kaminfegerkinder über die Jahrhunderte hinweg dokumentarisch aufgearbeitet hat (Elisabeth Wenger, I ragazzi del camino, Basel 2007). Ab Cannero, Italien, werden Schornsteinfegermeister aus der Lombardei erwartet, die eine etappenweise Begleitung der Schüler versprachen (Zusage kommt vom Dachverband des Schornsteinfegerhandwerks ANFUS in Rom). Über Arona, Golasecca und Turbigo erreichen die Kinder schließlich Mailand, wo sie genau jene Straßen aufsuchen, in denen Giorgio in Kamine klettern, sich mit Knien und Rücken an den Wänden hochschieben und dabei mit einer Raspel den Russ abkratzen musste. Übrigens treffen sich in Santa Maria Maggiore jährlich Kaminfeger aus aller Welt, unter anderem auch, um der Kinderschornsteinfeger zu gedenken.
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