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Das Bochumer Modell,

Bewegtes Klassenzimmer 

Geisteswissenschaften und Erdkunde, Naturwissenschaften und Mathematik, Fremdsprachen, Musik, Eurythmie, Kunst und Handwerk, Wahlpflichtfach, Portfolio, Lebenskunde, Theater, Projekttage, Praktika, Klassenfahrten

Abschlüsse

Das Fach Musik fördert nicht nur die musikalischen Fähigkeiten des Schülers, sondern auch soziale und kognitive Kompetenzen. Nach dem Singen, Tanzen und Flöten in der Unterstufe und den Anfängen der Notenschrift geht es in der Mittelstufe auch zusätzlich um Grundkenntnisse in der Musiktheorie, Musikgeschichte und Gehörbildung. Zusätzlich zum wöchentlichen Musikunterricht wirken die Schüler*innen über die gesamten zwölf Jahre aber auch in zahlreichen Ensembles mit. Es beginnt mit der an unserer Schule besonderen Streichergruppe in der 3. Klasse. Hier erhält jedes Kind die Möglichkeit, in der Gruppe erste Schritte auf einem Streichinstrument zu tun. Wer in der Fortsetzung dieser Erfahrung dann Einzelunterricht bekommt, spielt in der 4. und 5. Klasse weiterhin in einer Streichergruppe mit, die anderen Kinder erhalten eine Blockflötenensemblestunde. 

Die Klassen 6, 7 und 8 bilden zusammen das große Mittelstufenorchester, einen echten „Klangkörper“, in dem erste Erfahrungen im Orchesterspiel gesammelt werden können. Die Kinder, die kein Orchesterinstrument spielen, werden in einem bis zu vierstimmig spielenden Blockflötenensemble zusammengefasst.

Das Schulleben bietet diesen Ensembles zahlreiche Möglichkeiten zu Auftritten vor Mitschüler*innen, Eltern und Gästen.

EURYTHMIE

Einen besonderen Stellenwert an unserer Schule nimmt die Bewegungskunst Eurythmie ein. So führen unsere Zweitklässler ein Märchenspiel an unseren Einschulungsfeiern der ersten Klassen auf. Die Klassen drei und vier gestalten gemeinsam unser Eurythmie-Sommerspiel.

HANDARBEIT

In der Auseinandersetzung mit verschiedenen Tätigkeiten wird nicht nur die feinmotorische Fähigkeit der Kinder geschult, sondern auch die Geschmeidigkeit der Seele und der Durchhaltewille. Das kreative Tätigsein der Hände und Finger übt durch Anregung des Tast- und Bewegungssinnes einen dynamischen Einfluss auf das Gehirn aus. Dies bedeutet, dass „die Intelligenz der Hände und Finger“ direkt auf das Organ des Denkens einwirkt. 

Wichtige Gestaltungselemente der Handarbeit sind z.B.

 

in den ersten Schuljahren: das Herstellen von Bällen, Handpuppen, Umhängetaschen, Mützen, Nadeletuis, Strümpfen, Stofftieren oder Puppen

 

in der 7. Klasse: Filzen oder Nähen von Hausschuhen und das Arbeiten an der Tretnähmaschine. Bei Letzterem geht es vor allem um Koordination von Hand und Fuß und Einblick in die Funktionsweise einer einfachen Maschine.

 

in der 8. Klasse: Nähen mit der elektrischen Nähmaschine 

 

in der 9. Klasse: das Schneidern einer Hose nach selbst erstelltem Schnitt ​

GARTENBAU

Dieses Fach findet bei uns erst seit 2015 statt. Wir dürfen dafür ein Gelände am Fuße des Schönbergs in St. Georgen benutzen, das die Kinder von der Schule aus mit dem Fahrrad erreichen. Seit 2017 wird Gartenbau in der 6. und 7. Klasse unterrichtet. Wir sind sehr froh, den Kindern diese Arbeit am Lebendigen mit allen Wahrnehmungsmöglichkeiten ermöglichen zu können.

DIE 8. KLASSE

Besondere Herausforderungen in der 8. Klasse stellen die Achtklassarbeit und ein größeres Theaterspiel dar.

Für die Achtklassarbeit wählt sich jeder Schüler und jede Schülerin ein eigenes Thema, an dem über mehrere Monate außerhalb der Schule gearbeitet wird. Meistens wird dabei etwas Handwerkliches angefertigt. Beispiele dafür sind der Bau einer Gitarre, das Nähen eines Kleides oder das Kreieren eines Kochbuches. In einer schriftlichen Arbeit beschreiben die Schüler*innen ihre Arbeitsschritte und Erfahrungen. Schließlich werden die Ergebnisse mit einer Ausstellung und Vorträgen vor der Schulgemeinschaft präsentiert.

Ein aufwendiges Theaterstück in der 8. Klasse zählt zu den zentralen Inhalten dieses Schuljahres. Neben dem Einstudieren des Klassenspiels gehört auch die Mitwirkung am Kulissenbau und der Herstellung der Kostüme dazu. Auch die Bühnenmusik wird von der Klasse erarbeitet.

Am Ende der 8. Klasse verabschiedet sich die Klasse von ihrer Klassenlehrerin oder ihrem Klassenlehrer. Das markiert den Übergang in die Zeit der Oberstufe.

KLASSENFAHRTEN

Ab der 1. Klasse gibt es Wander- und Ausflugstage, oft ab der 5. Klasse immer wieder mit Übernachtungen. Pädagogisch intendierte Betriebsbesichtigungen (z.B. in der 3. Klasse bei Schmied, Schuster und Geigenbauer), Jahreszeitlich bedingte Ausflüge mit Arbeitseinsatz (z.B. Apfelsaft herstellen) und Sportveranstaltungen (wie das Völkerballturnier mit den Waldorfschulen der Region in der 7. Klasse) runden das Angebot ab. Zum Abschluss der Klassenlehrerzeit in der 8. Klasse vor Pfingsten findet eine ca. 10 tägige Klassenfahrt statt, bei der vielfach das Naturerleben z.B. beim Wandern oder Kanufahren im Vordergrund steht. 

Oberstufe

KLASSE 9 BIS 13

Nach der Klassenlehrerzeit übernehmen meist zwei Oberstufenlehrkräfte die Betreuung der Klasse bis zu den Abschlüssen. Der Hauptunterricht erfolgt auch in der Oberstufe, d.h. ab der 9. Klasse, epochenweise, ab jetzt aber bei unterschiedlichen, für die Abschlüsse qualifizierten Fachlehrkräften. Das Band der in Gruppen unterrichteten Fachstunden wird beibehalten. Am Ende der 10. Klasse finden individuelle Orientierungsgespräche statt, die helfen sollen, Stärken und Schwächen zu erkennen und bewusst mit und an ihnen zu arbeiten.

Die Prinzipien des Waldorflehrplans bleiben Quelle des pädagogischen Handelns. 

    

Bund der Freien Waldorfschulen - Vom Lehrplan der Waldorfschule: https://www.waldorfschule.de/waldorfpaedagogik/lehrplan/#main-content

GEISTESWISSENSCHAFTEN UND ERDKUNDE

Diese Fächer werden vorwiegend in Epochen unterrichtet. Dadurch können wir tief in die Themen eintauchen, sie erlebend und gedanklich durchdringen und mit der Gegenwart und uns selbst in Beziehung setzen. Die Vermittlung von Wissen stellt dabei das eine Ziel dar. Noch wichtiger erscheint uns Waldorfpädagogen, einen Zusammenhang zwischen den behandelten Themen und den latenten Motiven der Lernenden aufleben zu lassen, wozu unser Lehrplan hilfreiche Anregungen gibt.

NATURWISSENSCHAFTEN UND MATHEMATHIK

Auch die naturwissenschaftlichen Fächer Physik, Chemie und Biologie werden in Epochen unterrichtet, Mathematik in allen Oberstufenklassen sowohl in zwei dreiwöchigen Epochen als auch in durch das Jahr laufenden Fachstunden. Uns ist dabei besonders wichtig, die Schüler*innen über das Erleben und Beobachten der Phänomene und die darauffolgende Urteilsbildung zur gemeinsamen Begriffsbildung zu führen. In den Epochen erarbeiten sich die Schüler*innen Epochenhefte, in denen sie in eigener Sprache die Inhalte des Unterrichts durchdenken und beschreiben.

FREMDSPRACHEN

An unserer Schule werden die Fremdsprachen Englisch und Französisch unterrichtet. In der 10. Klasse besteht die Möglichkeit zu einem Schüleraustausch, die rege genutzt wird und außerdem fundamental dazu beiträgt, dass die Jugendlichen Sprechängste verlieren.

Der Unterricht der höheren Oberstufe ergreift die stilistischen Herausforderungen der Sprachen und hat anhand der Lektüre literarischer oder dokumentarischer Texte vorrangig das Ziel, Themen und Inhalte französischer und englischer Literatur sowie aktuelle gesellschaftliche Fragen in der Sprache schreibend und sprechend zu behandeln. Ab der 12. Klasse bestimmen die wechselnden Inhalte und Vorgaben der Prüfungen den Fortgang der Unterrichte. 

MUSIK

In der Oberstufe kommen neben der Musiktheorie u.a. Trommeln, Formenlehre und Solosingen dazu.

In den Klassen 9-11 haben die Schüler*innen jedes Jahr die Möglichkeit zu wählen, in welchem musikalischen Ensemble sie mitwirken wollen.

Parallel zum Oberstufenorchester mit fortgeschrittenen Instrumental-Schüler*innen wird im Oberstufenchor gearbeitet. Jetzt sind die Voraussetzungen gegeben, auch einmal ein größeres Werk wie z.B. Haydns „Schöpfung“, das „Weihnachtsoratorium“ von J. S. Bach oder Orffs „Carmina Burana“ kennen zu lernen, wobei nach Möglichkeit Schüler*innen auch Solopartien übernehmen können. Das Erlebnis einer gelungenen Aufführung in einer vollbesetzten Kirche werden die Schüler wohl ihr Leben lang nicht vergessen.

EURYTHMIE

Das Fach Eurythmie wird als wesentlicher Bestandteil der Waldorfpädagogik in der Oberstufe durchgehend unterrichtet und ist Bestandteil des künstlerischen Abschlusses.

KUNST UND HANDWERK

Die Bildende Kunst wie auch das Handwerk eröffnet allen Schüler*innen von der 5. bis zur 12. Klasse altersgerechte Gestaltungsräume zur Entfaltung der Sinne, zum Entdecken individueller kreativer Potenziale und zum Erfahren lebenspraktischer technisch-handwerklicher Zusammenhänge. 

Bildnerisches Gestalten versteht sich als eine Art Erkennen im Tun, als Handlungspädagogik. Dem  realen Werkraum, dem Atelier kommt gerade in der heutigen Zeit, in der digitale Techniken mehr und mehr die Arbeitsprozesse bestimmen, eine zentrale Bedeutung als Begegnungs- und Handlungsraum zu. Praktische Herausforderungen anhand vielfältiger Techniken, Werkzeuge und Materialien werden zu grundlegenden Schlüsselerfahrungen für ein selbstbestimmtes Denken und Handeln. 

 

In unserer Oberstufe werden folgende Epochen unterrichtet:

9. Klasse: Kupfertreiben, Schreinern,  Zeichnen, Schneidern    

10. Klasse: Schreinern, Steinhauen, Buchbinden

11. und 12. Klasse: Bildhauen, Malen, Plastizieren

WAHLPFLICHTFACH

Ab der neunten Klasse belegt jeder Schüler und jede Schülerin ein Wahlpflichtfach pro Halbjahr. Das Angebot ist sehr vielfältig und reicht von kreativem Schreiben über Bildhauerei bis zu Spanischunterricht oder naturwissenschaftlichem Arbeiten. Die Angebote werden jedes Schuljahr neu zusammengestellt.

PORTFOLIO

Während der Oberstufenzeit gestaltet jeder Schüler und jede Schülerin eine eigene Portfolio-Mappe  mit individualisiertem Einblick in die Arbeitsergebnisse und die selbstgeschaffenen künstlerischen Werke. Ein Portfolio nimmt bei Bewerbungen und Vorstellungen einen zunehmend wichtigen Stellenwert ein und gibt ein vollständigeres Bild eines Schülers, als es Abschlussnoten zu tun vermögen.

LEBENSKUNDE

Ein besonderes Unterrichtsfach bei uns ist die Lebenskunde. In der 11. Klasse erarbeiten sich die Schüler*innen unter Begleitung einer Hebamme Fragen zu Themen der Partnerschaft, Elternschaft und Erziehung.

THEATER

Als Bestandteil des Waldorfabschlusses wird in der 12. Klasse von unseren Schüler*innen als Klassengemeinschaft ein Theaterstück erarbeitet mit allen dazu gehörenden Bereichen: Kostüm, Bühnenbau und -malerei, Musik, Plakat- und Programmheft-Erstellung und schließlich das Schauspiel. In einer drei- bis vierwöchigen Intensivprobenphase, in der kein weiterer Unterricht stattfindet, haben die Schüler*innen die Möglichkeit, ganz in das Projekt einzutauchen. Unsere Klassenspiele dienen sowohl der Gemeinschaftsbildung als auch dem Überschreiten von individuellen Grenzen. Unbewusste innere Zusammenhänge von Sprache, Mimik und Körperbewegungen können dabei erlebbar werden. Das Klassenspiel stellt kein Neigungs- oder Vertiefungsfach dar, sondern eine Teamarbeit innerhalb der Klassengemeinschaft, die sowohl die besonderen Fähigkeiten der Einzelnen als auch die soziale Kraft der gesamten Klasse fördert. Die intensive Projektzeit mündet in mehrere interne und öffentliche Aufführungen.

PROJEKTTAGE

In der letzten Unterrichtswoche des Schuljahres steht den Schülerinnen die Zeit der Fachstunden zur Verfügung, um sich mit einem Projekt ihrer Wahl zu befassen. Die Projekte basieren auf Ideen und Wünschen der Schüler*innen, können aber auch aus dem Kollegium initiiert werden. Nach fünf Tagen Projektzeit werden die Erlebnisse und Ergebnisse vor der Schülerschaft der Oberstufe präsentiert. Ergebnisse solcher Projektwochen sind z.B. die Horthofgestaltung oder die künstlerische Gestaltung im Treppenhaus, es können aber auch musikalische Projekte, die Proben für ein Theaterstück oder ein Erste-Hilfe-Kurs in dieser Zeit umgesetzt werden.

PRAKTIKA

In der Oberstufenzeit absolvieren die Schüler*innen drei jeweils dreiwöchige Praktika. Diese finden für die Klassen 9 bis 11 in den ersten Wochen des Schuljahres statt. Die Praktika werden von den Schüler*innen dokumentiert, an einem gemeinsamen Abend berichtet jede Schülerin und jeder Schüler von seinen Erfahrungen. 

9. Klasse: Landwirtschaftspraktikum

Die Neuntklässler*innen leben und arbeiten drei Wochen auf einem Demeter- oder Biohof. Hier lernen sie nicht nur das Leben in einem landwirtschaftlichen Betrieb kennen, sondern können sich im Bezug auf die Produktion von Lebensmitteln selbstwirksam erfahren. Die Höfe werden in der Regel für die Schüler*innen ausgesucht und entweder alleine oder zu zweit besucht.

10. Klasse: Berufspraktikum

Die Zehntklässler*innen suchen sich selbstständig einen Betrieb, in dem sie ein Praktikum absolvieren, um Einblicke in einen Beruf und das Berufsleben zu bekommen.

11. Klasse: Sozialpraktikum

Die Schüler*innen der 11. Klassenstufe entwickeln sich zunehmend mehr zu sichtbaren Persönlichkeit. Ein Schritt auf diesem Weg ist das Sozialpraktikum. Hier dürfen die jungen Menschen sich selbstständig ein Tätigkeitsfeld im sozialen Bereich suchen und Erfahrungen in sozialen Zusammenhängen sammeln. Die Einrichtungen bieten den Schüler*innen die Möglichkeit, nicht nur Berufe, sondern auch Lebenswirklichkeiten unterschiedlichster Alters- und Bedürftigkeitsgruppen zu erleben und sich in der zwischenmenschlichen Begegnung als Teil eines Sozialgefüges erleben. 

KLASSENFAHRTEN

Ab der 1. Klasse gibt es Wander- und Ausflugstage, ab der 5. Klasse auch immer wieder mit Übernachtungen. Pädagogisch intendierte Betriebsbesichtigungen (z.B. in der 3. Klasse bei Schmied, Schuster und Geigenbauer), jahreszeitlich bedingte Ausflüge mit Arbeitseinsatz (z.B. Apfelsaft herstellen) und Sportveranstaltungen (wie das Völkerballturnier mit den Waldorfschulen der Region in der 7. Klasse) gehören zum festen Bestandteil der Arbeit in den Klassenstufen. Zum Abschluss der Klassenlehrerzeit in der 8. Klasse vor Pfingsten findet eine ca. zehntägige Klassenfahrt statt, bei dervielfach das Naturerleben z.B. beim Wandern oder Kanufahren im Vordergrund steht.

ABSCHLÜSSE

Unsere Schüler*innen haben die Möglichkeit, neben dem Waldorfabschluss alle staatlich anerkannten Schulabschlüsse zu absolvieren. Ab Klasse 9 kann bei Bedarf der Hauptschulabschluss individuell durchgeführt werden, etwa um früher eine Ausbildung beginnen zu können. Am Ende von Klasse 11 entscheidet die Klassenkonferenz, wer ab der 12. Klasse auf welche Prüfung vorbereitet wird; hier geht es um die Einteilung in eine Realschul- und eine Abiturgruppe. Bis auf die Prüfungsfächer besuchen die Zwölftklässler*innen weiterhin alle Unterrichte gemeinsam bzw. in den gewohnten Gruppen. So wird die gewachsene Klassengemeinschaft erst am Ende der Schullaufbahn und nur in wenigen Fächern nach Schulabschlüssen differenziert. 

Im Laufe der 12. Klasse absolvieren die Schüler*innen der Realschulabschlussgruppe dann die zentralen Prüfungen der Mittleren Reife, während die Abiturgruppe in den schriftlichen Prüfungsfächern und der zweiten Fremdsprache auf das Abitur vorbereitet wird.

Außerdem erlangen die Schüler*innen der 12. Klasse den dreiteiligen Waldorfschulabschluss: Sie studieren unter der Leitung eines Regisseurs/einer Regisseurin selbstständig ein Theaterstück ein, erarbeiten individuell eine schon in der 11. Klasse angelegte, thematisch frei wählbare große Facharbeit, die sog. Zwölftklassarbeit, und schließen ihre Kunstunterrichte durch ihren „Künstlerischen Abschluss“ mit Darstellungen aus den Fächern Musik, Eurythmie, Malen, Plastizieren und Bildhauerei in einer feierlichen Ausstellung und Aufführung ab.

In der 13. Klasse durchlaufen die Schüler*innen der Abiturgruppe nach intensiver Vorbereitungsphase die zentralen Abiturprüfungen. Zudem gibt es in Klasse 13 einen Fachhochschulreifekurs für Schüler*innen, welche die Mittlere Reife mit einem Notendurchschnitt von 3,0 oder besser bestanden haben. 

Die Waldorfschule kann also als besondere Form der Gesamtschule betrachtet werden, bei der etwa zwei Drittel einer Klassengemeinschaft das Abitur oder die Fachhochschulreife erlangt und ein Drittel die Mittlere Reife. 

 
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Die ersten zwei Schuljahre

DAS BOCHUMER MODEL

Seit vielen Jahren wird in der 1. und 2. Klasse nach dem “Bochumer Modell“ unterrichtet. Dies bedeutet, dass der Klassenlehrer/die Klassenlehrerin als wichtige Bezugsperson mit den Fachlehrer*innen ein Team bildet und die Kinder den gesamten Vormittag auch in den Fachunterrichten begleitet. Durch diese Bindung gibt er/gibt sie ihnen Schutz und Kontinuität, so dass eine sichere Sozialfähigkeit wachsen kann. Der Schulvormittag bildet ein Ganzes – ohne Zerstückelung in 45-Minuten-Einheiten. Das gemeinsame Frühstück, eine ausgiebige Spielzeit auf dem Schulhof und der gemeinsame Tagesabschluss nehmen eine wichtige Rolle ein.

BEWEGTES KLASSENZIMMER

Großzügige Klassenräume sind mit Sitzbänken und Kissen so ausgestattet, dass die Kinder viel Bewegungsfreiraum haben, um die Körpersinne zu stärken und vor allem den Gleichgewichtssinn zu schulen. Die Bänke lassen sich einfach zu Brücken, Pyramiden, Balancierwegen u.v.m. umgestalten. Schnell ist ein Sitzkreis aufgebaut und somit Platz für Spiele und Tänze geschaffen. Für die Arbeiten mit den Heften sind die Bänke in Reihen aufgestellt. Somit dienen sie als Tisch und die Kinder sitzen auf den Kissen.

 

Unter- und Mittelstufe (Klasse 1-8)

LEHRPLAN

Der Lehrplan richtet sich nach den Angaben Rudolf Steiners. Dabei stehen die Gesetzmäßigkeiten der menschlichen Entwicklung im Mittelpunkt. Die kulturellen Errungenschaften der Menschheit werden den Schüler*innen entwicklungsgemäß nahe gebracht. So spielen zum Beispiel die Handwerke in der 3. Klasse eine wichtige Rolle. Ab der 7. Klasse hingegen sind es die Maschinen, die grundlegend erforscht werden. Ausgehend von einem direkt Erlebbaren über das Beobachten der Phänomene bis hin zur Urteilsbildung wird sorgfältig auf die Lernreife der Heranwachsenden Rücksicht genommen. Der breite Fächerkanon bietet eine umfassende Allgemeinbildung, die sich über die gesamte Schulzeit erstreckt. 

UNTERRICHTSGESTALTUNG

Der sogenannte Hauptunterricht bei dem Klassenlehrer oder der Klassenlehrerin erstreckt sich täglich über fast zwei Zeitstunden. Zu Beginn wird ein Morgenspruch gesprochen. Jedes Kind spricht an einem bestimmten Wochentag auch seinen Zeugnisspruch. Ein rhythmischer Teil mit Liedern und Gedichten gehört ebenfalls an den Anfang der Stunde. Im Mittelpunkt steht dann ein Themenschwerpunkt wie Schreiben, Rechnen oder Sachkunde. Den Abschluss bildet eine Geschichte, die den Kindern erzählt wird.

Die Fächer Sport, Eurythmie, Englisch, Französisch, Musik, Werken, Handarbeit und Religion werden über das ganze Schuljahr unterrichtet. Dazu teilt sich die Klasse auf, so dass ein Lernen in einer kleineren Gruppe möglich wird.

Die Schüler*innen werden zu immer eigenständigerem Lernen in allen Bereichen geführt. 

Ab der 5. Klasse wird der Fächerkanon um den Werkunterricht erweitert. In der 6. Klasse kommt das Fach Gartenbau hinzu. Ein Forstpraktikum in Klasse 7 erweitert das Erleben menschlichen Wirkens an und in der Natur. Durch ihr Praktikum in unserer Schulküche bekommen die Siebtklässler*innen zudem einen Einblick in die Zubereitung gesunder und schmackhafter Gerichte für die Schulgemeinschaft.

Im sportlichen Bereich ist der Schwimmunterricht in den Klassen 5 und 6 sehr beliebt. Das Langlaufski-Lager in Klasse 6 gehört zu unseren langjährigen Traditionen.

Theateraufführungen gehören von der 1. Klasse an zu den besonderen Höhepunkten eines Schuljahres. Auch in den Fremdsprachen werden Theaterstücke inszeniert. 

FREMDSPRACHEN

Wie jedes Fach in der Waldorfschule dient auch der Fremdsprachenunterricht, der sich durch die gesamte Schulzeit zieht, der Entwicklung des Kindes. Ein wesentliches Element der Waldorfpädagogik ist das Erlernen von zwei Fremdsprachen ab der ersten Klasse, bei uns sind dies Englisch und Französisch. Die Kinder erfahren früh, dass es andere Sprachen mit anderen Gesetzmäßigkeiten und Klängen gibt, werden offen für Fremdes und wandlungsfähig in ihrer Aussprachefähigkeit.

Im Sprachunterricht der Unterstufe arbeiten wir bis zur 3. Klasse ganz aus der Nachahmung heraus. Die Kinder tauchen durch einen weitgehend mündlichen Unterricht in Klang und Melodie der Sprachen ein und bilden gleichzeitig ein gutes Rhythmusgefühl und eine grundlegende Sprechfähigkeit aus. In der Mittelstufe beginnt das Erlernen der Grammatik, mit rhythmischer Unterstützung und durch Selbstfinden der Regeln. Dies hilft wesentlich dabei, dass sich die Heranwachsenden in der Zeit der Pubertät ordnend, verstehend sowie strukturbildend erfahren. Sie erleben dabei intensiv und bewusst die Zusammenhänge und Stimmigkeit der  Sprache – ein wesentlicher Unterschied zum intuitiven und nachahmenden Sprachenlernen der Muttersprache und der Unterstufe. Das selbstständige Durchdringen der Grammatik fordert die Schüler*innen stark heraus, sie stärken Intellekt und Geist dadurch. Ab der 7. Klasse kann im Unterricht in freier Weise ein Lehrbuch oder Grammatikbuch hinzugezogen werden, das die Progression in der Grammatik maßvoll begleitet und unterstützt. Nun sind die Schüler*innen auch in der Lage, selbst kreativ in der Sprache tätig zu werden und kleine Texte, Dialoge sowie Geschichten zu schreiben. 

MUSIK

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